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Das sollte man über erektile Dysfunktion wissen

Lena Achen

Verfasst am: 06.09.2019 10:49

Zuletzt aktualisiert am: 06.09.2019 10:49

Es wird über die erektile Dysfunktion - kurz ED, auch Impotenz, Erektionsstörung oder Potenzstörung - erst dann gesprochen, wenn es einem Mann regelmäßig schwerfällt, eine Erektion zu erzielen und beizubehalten, um einen befriedigenden Sexualakt oder andere sexuelle Aktivitäten zu haben. Die meisten Männer haben gelegentlich bestimmte Schwierigkeiten mit der Versteifung des Penis und der Härte der Erektion erlebt. Eine erektile Dysfunktion wird jedoch nur dann als ein Problem angesehen, wenn ein befriedigender Sexualkontakt einige Zeit lang - das sind meistens 6 Monate - nicht mehr möglich war.

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Seit der Entdeckung, dass Sildenafil oder Viagra die Versteifung des Penis bewirkt, begreifen die meisten Menschen, dass die erektile Dysfunktion ein heilbares Problem ist.

Männer, die eine Potenzstörung haben, finden es sehr peinlich, mit ihrem Arzt darüber zu sprechen. Solches Gespräch kann als sehr unangenehm empfunden werden.

Die ED ist jedoch mittlerweile gut untersucht, und es stehen verschiedene Optionen der Therapie zur Verfügung.

Dieser Beitrag im Blog der Gesundheitsapo enthält nützliche Informationen für Personen mit diesem Problem.

4 schnelle Fakten über erektile Dysfuntkion

  1. Die erektile Dysfunktion wird definiert als anhaltende Schwierigkeit, eine Erektion zu erreichen und aufrecht zu erhalten, die für einen befriedigenden Sex gar nicht ausreicht.
  2. Ursachen sind meistens körperlich, aber sie können auch psychisch sein.
  3. Körperliche Ursachen resultieren aus einer zugrundeliegenden Erkrankung, von der Blutgefäße oder Nerven im Penis betroffen sind.
  4. Zahlreiche verschreibungspflichtige Medikamente, Freizeitdrogen, Alkohol und das Rauchen können eine Erektionsstörung auslösen.

Ursachen der erektilen Dysfunktion

Die normale Erektionsfähigkeit kann von den Problemen seitens der folgenden Systeme beeinträchtigt werden:

  • Durchblutung
  • Schädigungen der Nerven
  • Hormone

Körperliche Ursachen der ED

Es lohnt sich immer, wegen anhaltenden Potenzstörungen einen Arzt zu konsultieren, weil dieses Problem von einer seriösen Erkrankung ausgelöst werden kann.

Ob die Ursache einfach oder seriös ist, kann eine richtige Diagnose helfen, die zugrundeliegende Erkrankung herauszufinden und Sexualstörungen zu beseitigen.

Die folgende Liste fasst die meisten häufigen körperlichen Ursachen der erektilen Dysfunktion zusammen:

  • Herzerkrankungen und Verengung der Blutgefäße
  • Diabetes
  • Bluthochdruck
  • ein hoher Cholesterinspiegel
  • Übergewicht und metabolisches Syndrom
  • Parkinson-Erkrankung
  • Hormonstörungen, darunter Schilddrüsenprobleme und ein Testosteronmangel
  • strukturelle oder anatomische Penisverformungen wie Peyronie-Erkrankung
  • Rauchen, Alkoholmissbrauch, Rauschgiftsucht, Medikamentenmissbrauch
  • Behandlung der Prostatavergrößerung
  • Komplikationen nach einer Operation
  • Verletzungen des Beckenbereiches oder des Rückenmarks
  • Strahlentherapie des Beckenbereiches

Die Atherosklerose ist eine häufige Ursache der Durchblutungsstörungen. Die Atherosklerose verursacht eine Verengung oder eine Verkalkung der Arterien im Penis. Somit kann der Penis mit ausreichend Blut nicht versorgt werden. Von einer guten Erektion kann die Rede nicht sein.

Viele rezeptpflichtige Medikamente können ebenfalls eine ED bedingen, die weiter im Beitrag aufgelistet sind. Jeder, der ein verschreibungspflichtiges Präparat einnimmt, sollte seinen Arzt vor der Änderung der Behandlung oder dem Absetzen des Medikamentes konsultieren:

  • Präparate zur Kontrolle des Bluthochdrucks
  • Herzmedikamente wie Digoxin
  • einige Diuretika
  • Arzneimittel mit der Wirkung auf das Zentralnervensystem, zum Beispiel einige Schlafmittel und Amphentamine
  • Anxiolytika rezeptfrei
  • Antidepressiva rezeptfrei, MAO-Hemmer, SSRI-Hemmer, trizyklische Antidepressiva
  • Opioid-Schmerzmittel
  • einige Krebsmedikamente
  • Arzneimittel zur Behandlung der Prostata
  • Anticholinergika
  • hormonelle Mittel
  • das Arzneimittel Cimetidin gegen ein Magengeschwür

Körperliche Ursachen umfassend rund 90 Prozent der ED-Fälle. Psychische Ursachen sind seltener.

Psychische Ursachen der erektilen Dysfunktion

In seltenen Fällen wäre es möglich, dass ein Mann nie eine Erektion gehabt hätte. Das wird als primäre ED bezeichnet. Die Ursache ist fast immer psychisch, wenn es keine offensichtliche anatomische Verformung oder andere körperliche Probleme gibt. Diese psychischen Faktoren können umfassen:

  • Schuldgefühle
  • Angst vor dem Sex
  • eine Depression
  • starke Angstzustände

Die meisten Fälle der ED sind sekundär. Dies bedeutet, dass die Erektionsfähigkeit normal war, aber mit der Zeit entstanden Schwierigkeiten. Ursachen eines neuen und anhaltenden Problems sind gewöhnlich körperlich.

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Es ist wichtig, sich zu merken, dass körperliche und psychische Ursachen im Zusammenhang stehen. Zum Beispiel wenn ein Mann fettleibig ist, kommt es zu negativen Änderungen in der Durchblutung, dies beeinträchtigt die Fähigkeit, eine Erektion zu erzielen und zu halten. Diese Ursache ist rein körperlich. Er kann jedoch ein geringes Selbstwertgefühl haben, das auf seine Erektion Auswirkungen hat. Und das ist eine psychosoziale Ursache.

Kann Fahrradfahren zu Impotenz führen?

Ganz häufig fragen Männer, ob das Fahrradfahren Auswirkungen auf die Erektion hat.

Einige Studien haben Bedenken geäußert, dass Männer, die regelmäßig und lange Fahrrad fahren, ein höheres Risiko für Unfruchtbarkeit, Prostatakrebs und Erektionsstörungen haben könnten.

Die neuste Studie bestreitet aber diese Befunde und bestätigt, es gebe keinen Zusammenhang zwischen Fahrradfahren und Erektionsstörungen. Diese Studie hat jedoch den Zusammenhang zwischen dem mehrstündigen Fahrradfahren und dem Risiko vom Prostatakrebs festgestellt.

Prostataerkrankungen und ED

Prostatakrebs erzeugt keine Potenzstörungen.

Eine Prostata-OP oder eine Strahlentherapie gegen Prostatakrebs kann eine erektile Dysfunktion verursachen.

Die Behandlung der nicht-krebsartigen, sondern gutartigen Prostatavergrößerung kann auch eine Potenzstörung auslösen.

Therapie der erektilen Dysfunktion

Die gute Nachricht ist, dass es viele Optionen für die Behandlung der ED gibt. Ohne Zweifel würde jeder Mann eine Lösung für seine Erektionsstörungen finden, die bei ihm wirkt.

Die Therapie der erektilen Dysfunktion besteht aus:

oralen Medikamenten

Männer können Medikamente aus der sog. Wirkstoffklasse PDE5-Hemmer anwenden. Die meisten Potenzpillen werden 30-60 Minuten vor dem Sex eingenommen. Am bekanntesten sind die blauen Pillen Viagra (Sildenafil). Andere Alternativen sind:

Die PDE5-Hemmer sind nur auf Rezept erhältlich. Ein Arzt soll Ihr Herz-Kreislauf-System untersuchen und auf andere relevante Krankheiten vor der Verschreibung eines Potenzmittels prüfen.

Folgende Nebenwirkungen stehen im Zusammenhang mit der Anwendung der PDE5-Hemmer:

  • Flushing
  • Sehstörungen
  • Kopfschmerzen
  • Hörstörungen
  • Verdauungsstörungen

Seltener wird Prostaglandin-E1 in der Therapie der erektilen Dysfunktion verwendet. Es wird topisch verwendet oder in Form einer Injektion in den Penis verabreicht oder in Form eines Zäpfchens für die Harnröhre verwendet.

Selbstverständlich bevorzugen alle Männer Potenzpillen. Allerdings können Injektionen und Zäpfchen dann helfen, wenn Patienten die Behandlung mit den PDE5-Hemmern schlecht vertragen.

Penispumpen

Vakuumpumpen sind mechanische Mittel für die Erzeugung einer Erektion für Männer, die keine Medikamente anwenden möchten oder bei denen die genannten Medikamente nicht wirken.

Der Penis versteift sich durch die Anwendung einer Pumpe, die an der Peniswurzel angebracht wird und die Blutzufuhr zum Penis fördert.

Ein Mangel an der Spontaneität ist mit der Anwendung der Penispumpen verbunden. Deswegen wählen viele Männer andere Optionen der ED-Behandlung.

Chirurgische Optionen der Therapie der erektilen Dysfunktion

Es gibt ein paar chirurgische Behandlungsoptionen für Männer:

  1. Penisimplantate. Das ist die letzte Option für Männer, bei denen Medikamente und Geräte versagt haben.
  2. Gefäßchirurgie. Das ist eine weitere chirurgische Methode für einige Männer. Auf solche Weise können die Ursachen einer Potenzstörung wegen Problemen mit den Blutgefäßen beseitigt werden.

Eine Operation ist das allerletzte Mittel und findet Anwendung nur in den extremsten Fällen. Die Genesungszeit kann unterschiedlich sein, aber die Erfolgsquote ist hoch.

Können Nahrungsergänzungsmittel die erektile Dysfunktion beheben?

Die Antwort lautet "Nein".

In der ED-Behandlung verwenden die Ärzte keine Nahrungsergänzungsmittel oder Kräuterpillen. Es gibt zudem keine wissenschaftlichen Befunde der Wirksamkeit solcher Mittel.

Symptome einer ED

Männer können nicht immer mit Erfolg eine Erektion erzielen, und wenn es selten passiert, dann handelt es sich um kein gesundheitliches Problem.

Bei einer ED geht es nicht nur um eine vollständige Unfähigkeit, einen erigierten Penis zu bekommen. Probleme mit der vorzeitigen Ejakulation und eine Unfähigkeit zu ejakulieren gehören ebenfalls zu diesem Problem.

Es gibt häufig auch emotionale Symptome wie Verlegenheit, Scham, Angst oder ein geringes Interesse am Sex.

Es wird behauptet, dass ein Mann eine ED hat, wenn diese Symptome regelmäßig erscheinen.

Übungen gegen erektile Dysfunktion

Es gibt Übungen, die einem Mann helfen können, die Symptome einer erektilen Dysfunktion zu beheben.

Die beste Option der ED-Behandlung ohne Medikamente besteht in der Stärkung der Muskeln des Beckenbodens. Das sind die so genannten Kegel-Übungen. Am häufigsten werden diese Übungen den Frauen empfohlen, zur Stärkung des Beckenbodens während der Schwangerschaft. Aber Kegel-Übungen können sich als sehr effektiv für Männer erweisen, um die Funktionen des Penis wiederherzustellen.

Erstens, Sie müssen die Beckenbodenmuskeln finden. Das lässt sich aber leicht machen. Beim Harnlassen können Sie mit diesen Muskeln die Intensität des Harnstrahls kontrollieren. Das sind die Muskeln, die Sie suchen. Sie sind für Kegel-Übungen notwendig.

Eine Kegel-Übung besteht darin, dass Sie diese Muskeln anspannen, für 5 Sekunden angespannt halten und dann entspannen. Wiederholen Sie diese Übung 10-20mal. Vielleicht gelingt es beim ersten Mal nicht. Aber Sie sollten sich merken: Übung macht den Meister.

Eine Besserung sehen Sie in 6 Wochen.

Vergewissern Sie sich, dass Sie während dieser Übungen ruhig wie immer atmen. Aerobe Übungen wie Jogging oder zügiges Gehen können auch die Durchblutung verbessern und Symtome einer Erektionsstörung beseitigen, vor allem bei Männern mit Durchblutungsproblemen.

Tests

Aufgrund der zahlreichen möglichen Ursachen der Erektionsstörungen stellt ein Arzt in der Regel viele Fragen und veranlasst die Durchführung spezieller Blutuntersuchungen. Solche Tests können unter anderem auf Herzprobleme, Diabetes und einen niedrigen Testosteronspiegel prüfen. Der Arzt wird auch eine körperliche Untersuchung einschließlich der Geschlechtsorgane durchführen.

Bevor ein Arzt eine Diagnose stellt, die eine Behandlung erfordert, sucht er nach Symptomen, die mindestens 3 Monate anhalten.

Sobald eine Krankengeschichte erstellt wurde, wird ein Arzt weitere Untersuchungen durchführen. Ein einfacher Test, der als "Briefmarkentest" bezeichnet wird, kann hilfreich sein, um festzustellen, ob die Ursache eher körperlicher als psychischer Natur ist.

Männer haben normalerweise 3 bis 5 Erektionen pro Nacht. Dieser Test überprüft das Vorhandensein von nächtlichen Erektionen, indem geprüft wird, ob Briefmarken, die vor dem Schlafengehen um den Penis angebracht wurden, über Nacht abgeplatzt sind oder nicht.

Diese Methoden liefern nur begrenzte Informationen, können jedoch die Diagnosestellung erleichtern.


Einzelnachweise

  1. Brock G.B., McMahon C.G., Chen K.K., et al. (2002). Efficacy and safety of tadalafil for the treatment of erectile dysfunction: results of integrated analyses. J Urol. 168:1332–1336.
  2. Porst H., Padma-Nathan H., Giuliano F., et al. (2003). Efficacy of tadalafil for the treatment of erectile dysfunction at 24 and 36 hours after dosing: a randomized controlled trial. Urology. 62:121–125.
  3. Feldman H.A., Goldstein I., Hatzichristou D.G., et al. (1994). Impotence and its medical and psychosocial correlates: Results of the Massachusetts Male Aging Study. J Urol. 151:54–61.

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