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Erektionsstörungen durch Depression

Lena Achen

Verfasst am: 30.09.2019 10:12

Zuletzt aktualisiert am: 30.09.2019 10:12

Lesedauer: 5 Min.

Depressionen und Angststörungen sind die häufigsten Gesundheitsprobleme bei Männern, von denen jeder Fünfte betroffen wird. Seelische Gesundheitsprobleme üben einen Einfluss auf den Alltag des Mannes und Routinetätigkeiten aus, darunter auch die sexuelle Leistungsfähigkeit. Einige Forscher glauben, dass 13% bis 20% der Männer mit erektiler Dysfunktion (ED) auch an einer Depression oder Angststörung leiden. Es ist jedoch nicht bekannt, inwieweit verbreitet dieses Problem wirklich ist. Allerdings ist es bekannt, dass seelische Gesundheitsprobleme und ED im direkten Zusammenhang stehen. Des Weiteren gibt es geprüfte Behandlungsmethoden.

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Hinweis: Sofern Probleme bei der Behandlung auftreten, kontaktieren Sie bitte Ihren Arzt. Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.

Wie hängen Depressionen und Angststörungen mit Erektionsstörungen zusammen?

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Es gibt eine gute und eine schlechte Form von Stress, wenn es um sexuelle Leistung geht, und Depressionen und Angstzustände gehören zur zweiten Form. Wenn Ihr Gehirn unter gesundem Stress leidet (z. B. durch Bewegung, eine neue Beziehung oder eine Beförderung bei der Arbeit), setzt Ihr Körper Testosteron frei. Wenn Sie sexuell stimuliert werden, hilft dieses zusätzliche Testosteron dabei, die Blutgefäße in Ihrem Penis zu entspannen und eine Erektion zu bekommen.

Wenn Ihr Gehirn jedoch unter ungesundem Stress steht (z. B. aufgrund von traumatischen Ereignissen, Beziehungsproblemen oder Arbeitsstress), setzt Ihr Körper ein Hormon frei, das Cortisol genannt wird. Cortisol verengt die Blutgefäße in Ihrem Penis. Wenn das Blut nicht richtig in Ihren Penis fließen kann, kann es sein, dass Sie Schwierigkeiten haben, eine Erektion zu erreichen.

Im Laufe der Zeit verringert chronischer Stress - chronisch hoher Cortisolspiegel - die Menge an Testosteron, die Ihr Körper produziert. Niedriges Testosteron tritt häufig bei Männern mit psychischen Problemen wie Depressionen und Angststörungen auf, die an erektiler Dysfunktion leiden.

Was kann ich tun?

Die Antwort auf diese Frage kann für jeden Mann verschieden sein. Im Großen und Ganzen gibt es aber 3 wichtige Schritte, die Sie mit Ihrem Arzt machen, um Erektionsstörungen durch eine Depression oder Angststörung zu beseitigen:

  1. Ursachen der erektilen Dysfunktion sollen festgestellt werden. Es kann sein, dass Erektionsstörungen körperliche Ursachen haben.
    Häufig hängen Erektionsstörungen (inkl. vorzeitiger Ejakulation und schmerzhafter Ejakulation) nicht mit psychologischen Gesundheitsproblemen, sondern mit körperlichen zusammen. Daher ist es wichtig festzustellen, dass der Körper gesund ist. Solche Dinge wie Diabetes, das Rauchen, Herzerkrankungen oder der Prostatakrebs sind häufige Ursachen der erektilen Dysfunktion. Sind Sie aber körperlich fit, leiden aber an einer Depression oder einer Angststörung, dann müssen Sie den zweiten Schritt machen.
  2. Depression oder Angststörung behandeln
    Wenn es Erektionsstörungen durch eine Depression oder Angststörung gibt, fokussiert der Arzt seine Anstrengungen zuerst auf die Behandlung der seelischen Erkrankungen mit Hilfe von psychologischer Beratung oder medikamentöser Therapie. Sobald Sie seelische Probleme in den Griff bekommen haben, verbessert sich auch Ihre Erektion.
    Die Gesprächstherapie und die kognitive Verhaltenstherapie sind nützliche Methoden zur Behandlung einer Vielzahl von psychischen Problemen. Das ist normalerweise die erste Wahl, wenn Sie an Depressionen oder Angststörungen leiden. Wenn die Therapie alleine nicht ausreicht, kann Ihr Arzt Ihnen auch verschreibungspflichtige Medikamente empfehlen. Während einige Männer Medikamente für die psychische Gesundheit als peinlich empfinden, wissen sie nur, dass dies einen großen Unterschied in Ihrer Lebensqualität bewirken kann. Denken Sie auch daran, dass viele der Antidepressiva und Medikamente gegen Angststörungen etwa 4 bis 6 Wochen in Anspruch nehmen, bis sie richtig wirken. Lassen Sie sich also nicht entmutigen, wenn Sie nicht sofort Veränderungen verspüren.
    Wie bei jedem Behandlungsplan sollten Sie mit Ihrem Arzt immer offen darüber sprechen, wie Sie sich fühlen, damit er bei Bedarf Änderungen vornehmen kann.
  3. ED-Behandlung
    Manchmal, nachdem Sie seelische Probleme bekämpft haben, können Sie noch Symptome einer erektilen Dysfunktion haben. Zum Beispiel, die ED ist eine mögliche Nebenwirkung vieler Antidepressiva und Anxiolytika, und eine Änderung der Medikamente wäre nicht immer die beste Option. In diesem Fall gibt es Medikamente zur ED-Behandlung wie Viagra, Kamagra 100mg oder Cialis. Einige Männer finden die Sexualberatung vorteilhaft. Dieser Typ der Therapie konzentriert sich auf die Verbesserung der Sexualfunktion wegen Missbrauch oder der posttraumatischen Belastungsstörung.

Andere Überlegungen

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In der letzten Zeit haben wir immer mehr Fragen zum Zusammenhang zwischen dem Pornokonsum und der erektilen Dysfunktion bekommen. Der Pornokonsum ist zwar keine psychische Erkrankung, hat jedoch mit der Auswirkung des Geistes auf die sexuelle Gesundheit zu tun.

In diesem Bereich wurde nicht viel geforscht, aber Studien haben bisher gezeigt, dass je häufiger Männer pornografische Videos ansehen, desto häufiger Erektionsstörungen auftreten. Die Männer in diesen Studien waren ansonsten gesund und unter 40 Jahre alt. Viele dieser Männer stellten fest, dass sie im Laufe der Zeit entweder mehr Videos oder extremere Inhalte anschauen mussten, um eine Erektion zu erreichen. Viele fanden auch, dass sie Sex mit ihren Partnerinnen nicht so sehr genießen konnten. Zum Glück zeigte die Forschung, dass dieses Phänomen rückgängig gemacht werden kann, indem der Pornokonsum für einige Wochen eingestellt wird.

Depressionen und Angststörungen sind zwei weit verbreitete Gesundheitsprobleme, die leider zu Erektionsstörungen führen oder diese verschlimmern können. Wissen Sie einfach, dass es viele Möglichkeiten gibt, Ihnen sowohl bei psychischen Problemen als auch bei Erektionsstörungen zu helfen. Der Schlüssel ist, mit Ihrem Arzt zu sprechen oder sich an einen Psychiater zu wenden. Gemeinsam finden Sie eine für Sie geeignete Lösung.


Einzelnachweise

  1. Hsu CY, Kao CH. More on gout, erectile dysfunction and depression. Eur J Intern Med. 2016 Jun;31.
  2. Seidman SN. Exploring the relationship between depression and erectile dysfunction in aging men. J Clin Psychiatry. 2002;63 Suppl 5:5-12; discussion 23-5.
  3. Culha MG, Tuken M, Gonultas S, Cakir OO, Serefoglu EC. Int J Impot Res. 2019 Sep 3.
  4. Yang Y1, Song Y2. Associations between erectile dysfunction and psychological disorders (depression and anxiety): A cross-sectional study in a Chinese population. Andrologia. 2019 Aug 21.

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